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MITTLER-„GESCHICHTSSTUNDE“ MIT KAI-AXEL AANDERUD #010 – KOMMT DIE DM, BLEIBEN WIR. KOMMT SIE NICHT, GEH’N WIR ZU IHR

In der Mittler-„Geschichtsstunde“ skizziert der Historiker und Publizist Kai-Axel Aanderud kurz und prägnant wichtige Ereignisse der jüngsten deutschen Geschichte. In der Folge „Kommt die DM, bleiben wir. Kommt sie nicht, geh’n wir zu ihr“ zeichnet er die Einführung der D-Mark in der DDR am 1. Juli 1990 und deren Folgen nach. Im November 1989, kurz nach Öffnung der Mauer, war die D-Mark noch als inoffizielles Zahlungsmittel zum Kurs von 1 zu 20 gehandelt worden, Anfang April 1990 fordern hunderttausende Demonstranten in der DDR: „Eins zu eins, oder wir werden niemals eins“. Die Politiker sitzen zwischen zwei Stühlen, denn die Experten in Ost und West halten die Forderung der Straße für ökonomischen Selbstmord. Edgar Most, Vizepräsident der Staatsbank der DDR, warnt den Bundeskanzler: „Herr Kohl, Sie haben einen Wechsel unterschrieben, ohne zu wissen, welche Zahl da oben reingehört.“ Kohl antwortet: „Wissen Sie, Herr Most, ich bin Politiker und treffe politische Entscheidungen. Sie sind Wirtschafter, Sie werden es schon lösen.“ Mit dem Abstand von 30 Jahren bilanziert der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel: „Natürlich wäre ein Stufenplan von acht Jahren sinnvoll gewesen, aber wir hatten nur ein kleines Zeitfenster unter Michail Gorbatschow.“